Bücher - Schreiberei

Gedichte

Hier finden Sie eine Auswahl meiner Gedichte. Mal ernst, mal heiter, mal traurig. Diese Seite wird immer mal wieder durch neue Gedichte ergänzt.


Frohe Weihnacht

Das große Fest mit Macht nun naht,

ein jeder schafft von früh bis spat,

es wird gemacht, besorgt, getan,

es wird geputzt mit viel Elan.

 

Bei uns dagegen ist’s entspannt,

dies Jahr wird nicht herumgerannt!

Im Sommer hab‘n wir‘s schon beschlossen,

diesmal wird die Zeit genossen!

 

Friede wird’s bei Kerzenschein,

Familienglück ist Glück allein,

kein Treffen mit den ollen Tanten,

mit Nichten und den Anverwandten.

 

Nein, diesmal bleiben wir allein,

es soll ja schließlich friedlich sein.

Sehr feierlich soll‘s diesmal werden,

besinnlich, ruhig und Fried‘ auf Erden!

 

Doch merke ich seit ein, zwei Tagen,

dass meine Frau schon Zweifel plagen.

„Können wir das wirklich tun?

Allein in unserem Glücke ruhen?“

 

„Was sollen die armen Tanten machen?

Sind ganz allein…  und solche Sachen...

Sie redet mir tief ins Gewissen,

schon ist die Hölle aufgerissen.

 

"Die Bude muss ja sauber sein!",

ein Großeinsatz für Groß und Klein.

Die Betten werden frisch bezogen,

der Weihnachtsbaum herangezogen,

 

die Möbel aus dem Weg geräumt,

die Polster noch mal eingeschäumt,

der Boden wird mit Lust geschrubbt,

der Baum sich als zu klein entpuppt.

 

Ein größerer wird hergeschafft,

der Weihnachtsschmuck zusammengerafft,

es wird geschmückt und fein verziert,

ein Engel obenauf platziert.

 

Ach Gott, was wollen wir denn essen,

zum Feste, was ist angemessen?

Bescheiden, sparsam und gesund?

Fisch und Gemüse, frisch und bunt?

 

Oder feudal und festlich lecker?

Ich hör vom Arzt schon das Gemecker,

„Junge, denk doch an dein Herz!

So’n Bluthochdruck, das ist kein Scherz!“

 

Naja, das regele ich dann später,

jetzt gibt’s zuhaus erst mal Gezeter,

weil die Kinder nicht verstehen,

warum denn in die Kirche gehen???

 

Na gut, der Kirchgang wird gestrichen,

dann wird aufs Fernsehen ausgewichen,

da gibt es sicherlich was Frommes,

der Jüngste wünscht sich plötzlich Pommes.

 

„Fritten gibt’s nicht, das ist klar!“,

spricht die Mutter, sagt Papa,

Das Kind plärrt laut und schreit uns nieder

und singt nun nie mehr Weihnachtslieder!

 

Es ist mal wieder so wie immer,

vielleicht ist es sogar noch schlimmer.

Dann wird’s wohl nichts mit der Besinnung

zumindest herrscht jetzt Weihnachtsstimmung.

 

So vergehen schnell die Stunden,

alle Glieder sind zerschunden,

alle Nerven liegen blank,

Frohe Weihnacht! Gott sei Dank.


Morgengrauen

Als ich heut‘ morgen früh erwachte,

lag ich in meinem Bett und dachte,

es würde langsam wirklich Zeit,

für ein wenig Ehrlichkeit.

 

Wir bejammern mit viel Worten,

die Krisen hier und allerorten.

Doch habt ihr schon mal dran gedacht,

dass wir die Krisen selbst gemacht‘?

 

Solange wir tatsächlich meinen,

wir könnten diese Welt vereinen

mit unseren exportierten Waffen,

werden wir niemals Frieden schaffen.

 

Wenn wir die Falschen unterstützen,

die mit den scharf geschnittenen Mützen,

die mit den Knarren in der Hand,

fahren wir die Menschheit an die Wand.

 

Noch nie wurde ein Krieg gewonnen,

denn, wie gewonnen so zerronnen,

gab es am Ende nur Verlierer.

Gewonnen haben die Kassierer.

 

All die, die immer treu beteuern,

sie würden doch für Frieden feuern,

Die, die mit Waffen Geld verdienen,

und diese Welt mit Krieg bedienen.

 

Das Argument, dass, wenn nicht wir,

sich andere finden, die dafür

in die Regionen Waffen liefern,

das ist so alt wie Knüppelkierfern.

 

Und mindestens genauso falsch,

so sehe ich das jedenfalls,

denn Arbeitsplätze sind nicht alles.

Schon gar nicht in dem Fall des Falles.

 

Wenn alle Ethik wird vergessen,

weil wir so geld- und machtbesessen,

dann haben wir erst recht verloren,

und überlassen den Sponsoren,

 

des Krieges diese schöne Welt.

Und opfern freiwillig dem Geld,

den Frieden und die Menschlichkeit.

Was für eine Peinlichkeit.

 

Wenn wir den Mächtigen erlauben,

dass sie die Welt schamlos berauben,

sich an den Schätzen hier bereichern

und sie für sich allein einspeichern,

 

dann dürfen wir uns doch nicht fragen,

warum sich Menschen hierherwagen?

Sie tun das doch aus blanker Not.

Sie laufen weg vor sich’rem Tod!

 

Es sind doch Nestlé und Konsorten,

die deren Güter für sich horten.

Die Wasser, Öl und Bodenschätze,

sich einfach krallen, und ich setze

 

darauf, dass wir das sehen,

und vielleicht endlich mal verstehen,

dass, wenn wir so weitermachen,

es nur die Reichen sind, die lachen.

 

Alle anderen werden sich fragen,

wie lange sie das noch ertragen?

Die Antwort darauf kennen wir,

sonst wären nicht so viele hier!

 

Zum Schluss sei dieses noch gesagt:

Ich sag es, wenn auch ungefragt,

Wir werden sicher dran ersticken,

wenn wir die Armen weiter ficken.

 

Wenn wir nicht endlich mal begreifen,

und endlich dieses Spiel abpfeifen,

dann geht die Welt zugrunde hier.

Zuerst die anderen und dann wir.


Klipp und klar!

Solange wir‘ s nicht wagen,

hier klipp und klar zu sagen,

warum die Welt im Argen liegt,

so lang wird sich nichts ändern.

 

Solange wir‘ s ertragen,

und nicht mal danach fragen,

warum es so viel Leid hier gibt,

erlauben wir‘ s den Blendern,

 

uns hinters Licht zu führen,

und uns mit ihren Schwüren,

einzulullen Tag und Nacht,

und uns schlicht zu belügen.

 

Wenn wir das akzeptieren,

und nicht einmal kapieren,

dass sie es sind, die Geld und Macht,

einsetzen und betrügen.

 

Ob‘ s ums Öl geht, die Chemie,

Landwirtschaft, die Industrie,

für Profit würden sie diesen

Planeten ruinieren.

 

An jedem Krieg verdienen sie,

den Preis dafür bezahlen die,

die Leben, Leib und Heimat ließen.

Ich will nicht lamentieren.

 

Ich will, dass wir das sehen

Und endlich mal verstehen,

dass Nestlé und Konsorten,

die Welt ganz dreist betrügen.

 

Wenn wir das übersehen,

und nicht zusammenstehen,

dann wird an allen Orten,

die Welt in Trümmern liegen.

 

Es gibt genügend Firmen,

die unter edlen Schirmen,

miese Geschäfte treiben,

und diese Welt zerstören.

 

Und hinter hohen Türmen,

geschützt vor allen Stürmen,

ganz unbehelligt bleiben.

Ich kann sie lachen hören.

 

Ich will mich nicht versteigen,

und hier auch nicht verschweigen,

dass Papier geduldig ist,

und am Ende nichts erreicht.

 

Doch will ich auch nicht schweigen,

weil wir ja dazu neigen,

hinzunehmen diesen Mist,

der das Menschenrecht aufweicht.


Terror im Kopf

Es ist zurzeit recht ungemütlich,

bei uns im Land, und diesbezüglich,

möcht‘ ich mal meine Meinung sagen:

Ich kann es schlicht nicht mehr ertragen!

 

Das Land scheint mir nun tief gespalten,

es streiten sich die vielgestalten

Meinungen und Meinungsmacher,

jeder wird jedem Widersacher.

 

Die einen geben Merkel Schuld,

und stellen sich ans Rednerpult.

Sie fordern lautstark Konsequenzen,

wie das Schließen aller Grenzen.

 

Die anderen wussten es schon immer,

mit Fremden wird es immer schlimmer,

„Die gehören hier nicht her!“,

und schielen nach dem Schießgewehr.

 

Die Schuldigen sind ausgemacht,

Die Flüchtlinge unter Verdacht,

„Das sind doch alles Terroristen,

Mörder, Schweine, Islamisten!“

 

Ein jeder Flüchtling wird zum Täter,

zum Bombenbauer und Verräter,

an unserem wunderschönen Land

und gehört deshalb verbannt.

 

Die übrigen sind tief verstört,

sind aufgewühlt und schwer empört,

oder sind sprachlos und entsetzt,

dass Terror uns so schwer verletzt.

 

Manch Medien tun das ihre,

mit Dauersendung und Geschmiere,

schüren sie Panik, Furcht und Angst:

„nun rette dich, wenn du noch kannst!“

 

Das Internet mit seinen Foren,

bietet den Dummen und den Thoren,

jede Menge Raum und Platz

für unerträglich braune Hatz.

 

Sie schwingen ihre Deutschland-Fahnen

mit großem Pathos, und sie ahnen,

dass es genug Idioten gibt,

denen man leicht den Sinn verschiebt.

 

Ein jeder postet, was er will,

ich wünschte mir: seid doch mal still!

Denkt lieber mal darüber nach,

was unserer Welt den Frieden brach.

 

Es ist nicht Glaube, Religion,

Es ist die Gier, die immer schon

die Menschen ihres Rechts beraubte

weil Gier den einen mehr erlaubte,

 

als sie den anderen zugestand.

Gier schürte manchen Weltenbrand.

Ich wünschte mir Gerechtigkeit,

für alle Menschen, nah und weit.

 

Vielleicht gäb‘s dann auch selt‘ner Kriege

und, wenn ich halbwegs richtig liege,

ist Frieden, was der Mensch doch sucht,

drum macht er sich ja auf die Flucht.

 

Ich will auch weiterhin in Frieden,

in Freiheit - und auch ganz entschieden -

in Sicherheit und angstfrei leben.

Und Bedrängten Zuflucht geben.

 

Von uns erwart‘ ich Offenheit,

ein großes Herz und Menschlichkeit.

Von denen, die jetzt zu uns kommen,

erwarte ich – im Grund` genommen –,

 

dass sie sich unseren Regeln beugen,

und ihren Friedenswillen bezeugen.

Nur dann kann es vielleicht gelingen,

und allen hier den Frieden bringen.


Ich versteh die Welt nicht mehr

 

Die AfD und die Pegida

skandieren: „Brennt die Heime nieder!“,

die wir zum Schutz errichtet haben,

und Menschen damit Zuflucht gaben.

 

Wir haben das nicht zum Spaß gemacht,

auch nicht, weil wir dabei gedacht,

dass wir als Gutmenschen dann gelten,

denen die Welt wird’s schon vergelten.

 

Wir machten das, weil wir das mussten,

wir taten das, obwohl wir wussten,

dass das bestimmt nicht einfach wird.

Wer anderes glaubte, war verwirrt.

 

Ich glaubte auch, wir schaffen das,

und glaub es noch; denn wisst ihr was?

Wenn wir das Ding jetzt hier versauen,

dann wird’s den Frieden hier zerhauen.

 

Drum kann ich’s auch nicht recht verstehen,

dass manche Fremde, wie wir sehen,

sich hier total vorbeibenehmen,

sodass die anderen sich schämen.

 

Die, die nämlich dankbar sind,

für sich, für Frau und für ihr Kind,

die glücklich sind und danach streben,

in Frieden hier bei uns zu leben.

 

Die sind nicht freiwillig gekommen,

sind nur mit Müh‘ und Not entkommen,

der schlimmsten Hölle hier auf Erden,

um hier erneut verfolgt zu werden?

 

Die Störer sind genauso blöd,

wie die, die hier von früh bis spät

gegen Flüchtlinge agieren

und sich bis tief ins Mark blamieren.

 

Ihr alle seid mir hochnotpeinlich,

ob Islamist, ob braun bis bräunlich,

ob Türken, die doch hier geboren,

für Erdogan, ganz unverfroren,

 

in Deutschland nun die Fahnen schwingen,

und türkische Großträume singen.

Dass ihr dem jetzt Treue schwört,

der jeden wegsperrt und verhört,

 

der sich getraut, etwas zu sagen,

oder mal kritisch nachzufragen.

 

das hat mich echt total verschreckt.

und meinen Unwillen geweckt.

Ich kann euch wirklich nicht verstehen,

ihr lasst mich kopfschüttelnd hier stehen.

 

Die Welt verbrennt an allen Enden,

ich würde gern den Blick abwenden,

doch kann ich’s nicht, weil ich hier lebe

und unsere Zukunft nicht aufgebe.

 

Niemals könnt‘ ich es mir verzeihen,

nicht jedes Mal laut aufzuschreien,

wenn’s Menschenrecht wird attackiert,

und Unrecht wird zu Recht lackiert